Sinnvolle Arbeit: Vermeiden Sie krankheitsbedingte Fehlzeiten

Krankheitsbedingte Fehlzeiten sind teuer. Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat nun herausgefunden, dass Mitarbeiter weniger fehlen, je sinnhafter ihnen ihre Arbeit erscheint.

© pixabay.com, Alle Arbeitnehmer brauchen Sinn, um krankheitsbedingte Fehlzeiten zu vermeiden

„In einer Welt, in der man nur noch lebt, / damit man täglich roboten geht, / ist die größte Aufregung, die es noch gibt, / das allabendliche Fernsehbild.“

Dieser Satz, mit dem sich Die Toten Hosen auf das Thema der Frustration in Anthony Burgess‘ bzw. Stanley Kubricks Clockwork Orange beziehen, stammt aus dem Jahr 1996. Dass der Song herauskam, ist also mittlerweile 22 Jahre her. Die Ansprüche an Leben und Arbeit haben sich aus der Punkszene in die Mitte der Gesellschaft verlagert. Natürlich bleibt fraglich, ob sich Arbeitnehmer nicht bereits in den neunziger Jahren einen sinnstiftenden Beruf wünschten. Wahrscheinlich war es so. Der Unterschied zu damals ist jedoch der Umgang mit dem Thema in Zeiten, in denen der Begriff „Leadership“ keine pseudomoderne Wortschöpfung in der Welt der Anglizismen mehr ist.

Sinnlosigkeit hat krankheitsbedingte Fehlzeiten zur Folge

So stellte das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) seinen Fehlzeiten-Report 2018 unter das Motto „Sinn erleben – Arbeit und Gesundheit“. Zentrale Aussage des Berichts: Bei Arbeitnehmern, die ihre Tätigkeit als sinnstiftend erleben, treten krankheitsbedingte Fehlzeiten seltener auf als bei Arbeitnehmern, die ebendiesen Sinn vermissen. Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO und Mitherausgeber des Fehlzeiten-Reports, fasst diesen Zusammenhang folgendermaßen zusammen: „Wenn der Sinn verloren geht, leiden Körper und Psyche.“

Dass angeschlagene Mitarbeiter einerseits wenig produktiv arbeiten und andererseits häufig fehlen, ist offensichtlich. Daher sollten sich Unternehmen aktiv für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter einsetzen. Natürlich können Sie den großen Schritt gehen und ein betriebliches Gesundheitsmanagement einführen. Dass es beispielsweise erfolgreich sein kann, das gesündeste Mittagessen in der Kantine zu küren und den Mitarbeitern Blutdruckmessgeräte zur Verfügung zu stellen, zeigt das Beispiel der Berliner Stadtreinigung, das einen Platz im Fehlzeiten-Report 2018 gefunden hat. Jedoch können Sie krankheitsbedingte Fehlzeiten auch bei den Wurzeln packen. Arbeit, die als wenig sinnvoll empfunden wird, kann krank machen. Sorgen Sie also für sinnvolle Tätigkeiten unter ihren Mitarbeitern.

Laut Schröder gibt es in diesem Zusammenhang drei Aspekte zu beachten:

  • das soziale Miteinander im Unternehmen, das Schröder, bezugnehmend auf die wissenschaftliche Terminologie, „Kooperationsebene“ nennt,
  • den Einsatz der persönlichen Fähigkeiten an der richtigen Stelle, also den „individuellen Tätigkeitskontext“ und
  • den „gesellschaftlichen Nutzen“ der Aufgabe.

Die „Kooperationsebene“: Signalisieren Sie Wertschätzung

Wenn Ihre Mitarbeiter wahrnehmen, dass Sie ihre Arbeit wertschätzen, sind sie bereit, ihre Fähigkeiten für Ihr Unternehmen einzusetzen und auch zukünftig für Sie zu arbeiten – Stichwort Commitment. Indem Sie folgende Hinweise berücksichtigen, vermeiden Sie krankheitsbedingte Fehlzeiten und unterstützen Ihre Mitarbeiter dabei, sich mit Ihrem Unternehmen zu identifizieren:

  • Hören Sie zu. Indem Sie Ihren Mitarbeitern Raum geben, Ihnen ihre Ideen und Wünsche mitzuteilen, schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Gleichzeitig tun Sie etwas für das Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter. So können deren Ideen einerseits zu gewinnbringenden Innovationen führen. Andererseits signalisieren Sie auf diese Weise, dass Sie die Gedanken Ihrer Mitarbeiter ernst nehmen und für relevant erachten. So steigt nicht nur das Commitment, sondern Sie vermitteln auch eine Sinnhaftigkeit, die für die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter elementar ist.
  • Sorgen Sie für eine produktive Teamarbeit. Gute Teamarbeit führt zu gewinnbringenden Ergebnissen. Darüber hinaus kann ein konstruktives Arbeitsumfeld dafür sorgen, dass Ihre Mitarbeiter das soziale Miteinander während ihrer Arbeit positiv wahrnehmen.
  • Streben Sie die optimale Auslastung an. Überarbeitete Mitarbeiter sorgen schnell für ein schlechtes Betriebsklima. Ebenso führt aber auch Langeweile zu schlechter Laune, die sich auf das Umfeld übertragen kann. Wenn Ihre Mitarbeiter optimal ausgelastet sind, wird sich eine gute Balance zwischen Produktivität und sozialem Austausch ganz von alleine ergeben.

Der „individuelle Tätigkeitskontext“: Optimieren Sie Ihre Prozesse

Sinnhaftigkeit vermeidet krankheitsbedingte Fehlzeiten

© pixabay.com, Sinnhaftigkeit vermeidet krankheitsbedingte Fehlzeiten

Laut dem Fehlzeiten-Report 2018 legen Arbeitnehmer großen Wert darauf, ihre Fähigkeiten und Kenntnissen zu nutzen und an der richtigen Stelle einzusetzen. Die Sinnhaftigkeit liegt in diesem Zusammengang darin, mithilfe der eigenen Fähigkeiten ein relevantes Ergebnis zu erzielen. Problematisch wird dieser Wunsch, wenn die Prozesse zu ineffizient sind. Gerade im Kontext der Bürokratie fehlt häufig das Sinnempfinden. Daher sollten Sie im Detail prüfen, welche bürokratischen Prozesse notwendig und welche eventuell verzichtbar sind oder effizienter gestaltet werden können. Beispielsweise sollten Sie überprüfen, ob wirklich alle Dokumente digital und physisch abgelegt werden müssen. Können Sie vielleicht ein digitales Archiv einführen?

Aber auch in anderen Bereichen kommt es häufig vor, dass Prozesse ineffizient gestaltet sind. Zu viele Entscheider oder unpassende Software sind in diesem Zusammenhang nur zwei beliebte Beispiele. Wenn Ihre Mitarbeiter erkennen, dass ihre Arbeit aufgrund der Prozessgestaltung zu unbefriedigenden Ergebnissen führt, verlieren sie ihr Sinnempfinden während der Arbeit und sammeln krankheitsbedingte Fehlzeiten.

Zu ähnlichen Reaktionen kann es kommen, wenn Ihre Mitarbeiter sich über- oder unterfordert fühlen. Wenn sie auf der einen Seite erkennen, dass sie bei weniger sperrigen Prozessen umfassendere Ergebnisse erzielen könnten, oder auf der anderen, dass ihren Ergebnissen die angestrebte Qualität fehlt, weil sie der an sie gestellten Aufgabe nicht gewachsen sind, kann dies zu Frustration führen.

Der „gesellschaftliche Nutzen“: Kommunizieren Sie Ihre Ziele

Wenn Sie eine gemeinnützige Gesellschaft führen, haben Sie es in Bezug auf den gesellschaftlichen Nutzen Ihrer Arbeit natürlich leichter als wenn Sie Mode herstellen. Doch auch Unternehmen, die keine staatlichen Subventionen zu erwarten haben, können der Gesellschaft nützen. Zunächst sind Sie unumstritten ein Arbeitgeber, was – besonders in Deutschland – bereits einen Wert an sich darstellt. Sind Sie nun ein Arbeitgeber, der seinen Mitarbeitern besondere Möglichkeiten bietet, sind Sie diesbezüglich noch einen Schritt weiter. Dies beweist beispielsweise Birkenstock. Das Unternehmen steht im Ranking der WirtschaftsWoche auf Platz drei im Landkreis Neuwied. Gerade Ihre Mitarbeiter im Personalwesen wird ein solches Image motivieren, ihre Arbeit optimal durchzuführen, um der Gesellschaft den größtmöglichen Nutzen zu verschaffen.

Alles läuft also darauf hinaus, dass Sie sich aktiv für das Wohlergehen Ihrer Mitarbeiter einsetzen sollten, um ihnen Sinn zu vermitteln. In einem weiteren Schritt geht es jedoch auch darum, Ihr Vorgehen in dieser Weise zu kommunizieren. Denn was Ihre Mitarbeiter nicht wissen, kann sie auch nicht motivieren. Sorgen Sie also für eine interne Kommunikation, die es Ihnen ermöglicht, Ihre Bemühungen mit den Mitarbeitern zu teilen.

Wir unterstützen Sie bei Ihrer Sinnstiftung

All diese Schritte alleine zu gehen, ist eine große Herausforderung. Je nach Größe Ihres Unternehmens ist es nahezu unmöglich, jeden einzelnen Mitarbeiter nach seinen Ideen und Wünschen zu fragen. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind auch Ihre Führungskräfte bereits ausgelastet. Daher führen wir mit Ihren Mitarbeitern detaillierte Interviews, in denen wir im Durchschnitt etwa 30 Optimierungshinweise bezüglich der operativen Aufgaben Ihrer Mitarbeiter herausarbeiten. Auf dieser Basis entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen ein Optimierungsmodell, das Sie bei der Sinnstiftung unter Ihren Mitarbeitern unterstützt. Weitere Informationen zur Geschäftsprozessoptimierung finden Sie hier.

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