Ausbildungsreport 2019: Wie Sie Ihre Auszubildenden halten

Ihre Auszubildenden von heute sind im besten Fall Ihre Fachkräfte von morgen. Daher sollten Sie ihnen von Anfang an eine Lern- und Arbeitsumgebung bieten, die sie zufriedenstellt und sie auf ihre Tätigkeit in Ihrem Betrieb vorbereitet. Der Ausbildungsreport 2019 bietet hier hilfreiche Ansatzpunkte.

© pexels.com, Ausbildungsreport 2019: Zufriedene Auszubildende bleiben im Betrieb

Der Ausbildungsreport 2019 der DGB-Jugend zeugt von Handlungsbedarf. Zwar sind die meisten Auszubildenden mit ihrer Ausbildung zufrieden, aber spätestens seit dem Jahr 2017 ist ein Abwärtstrend zu verzeichnen. Zwar stieg die Zufriedenheit der Auszubildenden seit dem Höchststand von 73 Prozent im Jahr 2011 immer wieder etwas an, aber im Jahr 2019 haben wir mit 69,9 Prozent Niedrigwasser erreicht.

1. Der Einstellungsprozess

Problematisch bis geschäftsschädigend erscheint hier unter anderem die Auswahl der Auszubildenden nach tradierten Rollenbildern. Schauen Sie daher genau auf die Motivation der jeweiligen Bewerberin oder des jeweiligen Bewerbers und weniger darauf, ob das Geschlecht in Ihre Branche passt. Denn ein Auszubildender oder eine Auszubildende, der oder die die Ausbildung bei Ihnen als „Notlösung“ betrachtet – ein Begriff, den auch der Ausbildungsbericht wählt – wird Ihnen höchstwahrscheinlich nicht lange erhalten bleiben, geschweige denn gute Arbeit leisten.

2. Während der Ausbildung

Seit dem Jahr 2016 ist der Anteil der Auszubildenden, die Überstunden leisten müssen, und derer, die regelmäßig mehr als 40 Stunden in der Woche arbeiten müssen, erkennbar angestiegen, auch wenn seit 2011 eher ein Rückgang zu verzeichnen ist. Gleichzeitig müssen die Auszubildenden immer mehr „ausbildungsfremde Tätigkeiten“ ausüben und sehen ihre Ausbildenden immer seltener. Diese Sachverhalte betrachtet der Ausbildungsreport als Kriterien, die in einem „unmittelbaren Zusammenhang“ mit der „Ausbildungszufriedenheit“ stehen. Was ist also zu tun, um Ihre Auszubildenden langfristig als Fachkräfte an Ihr Unternehmen zu binden?

  • Halten Sie die Anzahl der Überstunden ihrer Auszubildenden so gering wie möglich. Achten sie gleichzeitig darauf, Überstunden mit Freizeit auszugleichen. Gerade jungen Menschen fordern vermehrt einen Ausgleich zwischen Privatleben und Beruf.
  • Planen Sie ihre Auszubildenden nur für die vereinbarte Arbeitszeit ein. So schaffen Sie Vertrauen und ein Interesse, auch nach der Ausbildung in Ihrem Unternehmen zu bleiben.
  • Sprechen Sie mit ihren Auszubildenden, bevor Sie ihnen Aufgaben geben, die sie nicht als Teil ihrer Ausbildung betrachten. Fragen Sie sie, was sie zu tun bereit sind, und betonen Sie, dass sie Aufgaben ablehnen dürfen, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Wer weiß, vielleicht treffen Sie zufällig auf ein persönliches Hobby ihres Gegenübers. Auf diese Weise gewinnen beide Seiten: Ihre Auszubildenden erfahren Wertschätzung und Sie erhalten sich Ihre Fachkräfte für die nahe Zukunft.

3. Am Ende der Ausbildung

Vielleicht ist es für Sie eindeutig, dass Ihr Auszubildender oder Ihre Auszubildende im Anschluss an die Ausbildung als fester Mitarbeiter oder feste Mitarbeiterin bei Ihnen einsteigen wird. Das heißt aber noch lange nicht, dass Ihre Auszubildenden ebenfalls davon ausgehen. Kommunizieren Sie daher frühzeitig, wenn Sie sie oder ihn übernehmen möchten, damit er oder sie sich nicht in anderen Betrieben vorstellt. Gerade jetzt zum Jahresanfang, in der man viel reflektiert und neues anpackt, vielleicht sogar Bewerbungen schreibt: Geben Sie Ihren Auszubildenden das Gefühl, dass sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren und bald als Fachkräfte bei Ihnen einsteigen können. Auch Sie selbst haben so den Kopf frei für neue Projekte

Der Ausbildungsreport bemängelt: Die digitalisierte Ausbildung

Ausbildungsreport 2019: Ausbildungszufriedenheit und Digitalisierung gehören zusammen

© pixabay.com, Ausbildungsreport 2019: Ausbildungszufriedenheit und Digitalisierung gehören zusammen

„Sich den Themen Digitalisierung und Automatisierung ernsthaft zu widmen, kann sich auch für die Ausbildungsbetriebe lohnen – und ihnen dabei helfen Fachkräfte an sich zu binden“, heißt es im Schwerpunktkapitel des Ausbildungsreports „Ausbildung 4.0“. Denn knapp 53 Prozent derer, die sich durch ihre Ausbildung gut auf die digitalisierte Arbeitswelt vorbereitet sehen, wollen in ihrem Ausbildungsbetrieb bleiben. Der Ausbildungsreport erkennt hier einen signifikanten Zusammenhang zwischen Digitalisierungsgrad der Ausbildung und Ausbildungszufriedenheit insgesamt.

Da die Berufsschulen jedoch nach Einschätzung der Befragten diese Vorbereitung nicht leisten, obliegt es Ihnen, in Ihrem Unternehmen ausgleichend einzugreifen. Überprüfen Sie alle Tools und Prozesse, mit denen Ihre Auszubildenden arbeiten, und stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Bildet meine Software meine Prozesse optimal ab?
  • Sind alle Prozessschritte notwendig?
  • Vereinfacht meine Software den Prozess im Allgemeinen?
  • Vereinfacht meine Software den Prozess für meine Auszubildenden?
  • Steht meinen Auszubildenden die für meine Prozesse optimale Hardware zur Verfügung?
  • Muss ich meine IT-Landschaft anpassen oder meine Auszubildenden ausgeprägter an die Hand nehmen?

Was wir für Sie tun können

Sie als Geschäftsführung haben keine Langeweile. Wenn Ihre Kapazitäten nicht ausreichen, um en detail auf alle Auszubildenden einzugehen, helfen wir gern weiter. In detaillierten Interviews erfragen wir konkrete Aspekte, die Ihre Auszubildenden unzufrieden stimmen und bitten sie um Optimierungshinweise, die Ihre Prozesse im Allgemeinen betreffen.

Aus den so gesammelten Aussagen erarbeiten wir ein Konzept zur Optimierung der Ausbildung in Ihrem Betrieb und stimmen es intensiv mit Ihnen ab. Wenn gewünscht, unterstützen wir Sie anschließend bei der Umsetzung Ihres neuen Ausbildungskonzeptes.

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